Alles nur Plunder?

Der Sommer macht eine Auszeit und spendet der Natur zur Zeit auch gerne ein wenig Regen ( was ich heute morgen während meines Joggings leidvoll erfahren musste… und dann auch erst schön kräftig, als es im Prinzip egal war, ob ich weiterlief oder umkehrte…tja). Nach ein paar Tagen Ferienprogramm auf “Balkonien” machte sich am Donnerstag ein wenig Langeweile breit.

“Back doch was?!” tönte es von Ehemannseite. Kurzentschlossen warf ich ihm mein Projektbuch zu. ” Such doch was”! parierte ich leichthin. “Hefezopf wäre nicht übel…..” hörte ich es kurz darauf murmeln und jubilierte innerlich schon, denn ein solcher ist ja nicht gerade ein Neuling für mich, außerdem gelingt mir Hefeteig fast immer ! Als mir Dietmar das auserwählte Rezept mit einem lapidar hingesagten “Den da!” präsentierte, blickte ich auf eine noch nie getestete Teigart: Ein Nusszopf mit Plunderteig, ein Hefeblätterteig also! Na klasse… “Du hattest Langeweile!” entfernt sich Ehemann achselzuckend…
OK, ein Blätterteig benötigt auf jeden Fall eine Grundzutat: BUTTER! Im Rohzustand finde ich diese für mich ungeniessbar, in Gebäck unwiderstehlich! Schnell war der Einkauf erledigt und die nächsten Stunden gehörten nur dem Plunder!!! Hier ein paar Eindrücke:

Geröstete Haselnüsse


TEIG VOR DEM GEHEN...


... UND DANACH


Nach 2,5 Stunden Gehzeit im Kühlschrank musste dieser Butterziegel

mittels 3 einfacher Touren ( Fachjargon in der Blätterteigzubreitung…) in den Hefeteig eingearbeitet werden. Mit den Kühlzeiten nach jeder Tour nahm dies auch so ca. 2,5 Stunden in Anspruch und mit Butterfingern ist fotografieren sehr unpraktisch… wie gesagt, es dämmerte nun schon! Es gelang mir erstaunlich gut, ich hatte schon Horrorszenarien von klebrigem, nicht mehr zu lösendem Teig im Kopf. Nachdem nun dieser schön brav von rechts nach links und von oben nach unten (nur nichts durcheinanderbringen!) in rechteckige Form gerollt war, verstrich ich die Haselnussmasse auf dem Teig, was dann so aussieht:

Schön brav einrollen (Ehemann beteuerte währendessen immer lautstark, er werde auf JEDEN FALL HEUTE noch ein Stück davon essen) und mittig einschneiden. Alles nocheinmal verzwirbeln (siehe unten)

… und ab in den Ofen! Der Zopf war ein wenig dick und kurz gewickelt (mein Fehler), daher mutierte er zu einem MEGA-Nussplunder, seht selbst!

Kann man diesem “Schnittchen” widerstehen????????

Fazit: 5 Sterne – ganz klar! Was bleibt sonst noch zu sagen?

- Herrliche Nussfüllung, welche während des Backens karamellisierte. Teig außen zart, buttrig, knusprig, innen zart, buttrig weich – Lecker!
- Es ist schweres Gebäck. Und wer davon nachts um halb zwölf probiert, kann Bauchweh bekommen. Deshalb sitze ich nun hier mit Pfefferminztee…
- Es ist zeitaufwendig. Kein “Eine-Stunde-bevor-die-Gäste-kommen-Gebäck”. Alleine wegen der Kalorien werde ich sicher nicht jede Woche Plunder backen. Aber es zu können, macht stolz!
- Es schmeckt auch anderen. Den größten Teil habe ich an die Schwiegereltern verschenkt. Und wenn Schwiegermama extra nach Genuss eines Probierhappens vollkommen begeistert anruft, um mir mitzuteilen, wie lecker das Gebäck doch sei, ist das ein Lob. Findet auch Ehemann.

Also Nummer 3 in der Nachbackliste ist definitiv gelungen. So soll es sein!

2 Responses to “Alles nur Plunder?”

  1. Dietmar sagt:

    Also ich kann den Darstellungen vollends zustimmen. Wobei ich von Bauchschmerzen verschont geblieben bin. Ich bin begeistert mit welcher Hingabe meine beste Ehefrau von Welt diese Köstlichkeit zubereitet hat. Ganz ohne künstliche Aromastoffe und irgendwelchen E0815 Farbstoffen.

    Mein Urteil: *****

  2. theomix sagt:

    Ein wahres plunder-wunder. Und den mündern ein grund zu plündern…

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